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Wenn nichts mehr bleibt, dann haben wir ja noch den 3D-Drucker…

Ich sehe diese Bilder und hoffe, dass dies nicht die Zukunft unseres Schutzes kulturellen Erbes sein wird. Denn so wunderbar die moderne Technik auch ist, so möchte ich nicht irgendwann durch ein Museum schreiten müssen, in dem nur noch diese durchsichtigen Plastikfiguren zu sehen sind.

Aber was bleibt uns für eine Alternative?

Was tun, wenn Jahrtausende alte Kunstwerke den Schlägen eines Vorschlaghammers ausgesetzt und binnen weniger Augenblicke unwiederbringlich verloren gegangen sind?

Der 3-D-Drucker ist eine Möglichkeit

In diesem Sinne ist es ein wahrer Segen, dass die iranische Medienkünstlerin und Kunstaktivistin Morehshin Allahyari sich dazu entschlossen hat, ihre Kunstwerke den Zerstörungen von kulturellem Erbe durch den islamischen Staat entgegenzusetzen. Und so stellt sie verlorengeglaubtes mithilfe eines 3-D-Druckers wieder her – zumindest im Kleinen – denn gänzlich diese Werke zurück bringen, das kann auch die modernste Technik nicht mehr.

Material Speculation: ISIS, King Uthal. ©Morehshin Allahyari
Material Speculation: ISIS, King Uthal. ©Morehshin Allahyari

Dafür dienen sie aber als durchsichtiges Mahnmal – als Fels in der Brandung – als öffentlicher Widerstand gegen das, was derzeit im Nahen Osten geschieht. Wer diese Werke betrachtet, weiß, dass dies alles ist, was uns von den einstigen Originalen noch bleibt.

Um nicht zu vergessen, hat die Künstlerin jedes ihrer Werke mit einer kleinen Speicherkarte versehen, die Bilder, Karten, Videos und PDF-Dateien von den zerstörten Objekten enthält. Auf diese Weise sollen die durchsichtigen Plastikfiguren als Zeitkapseln dienen, die auch zukünftigen Generationen näherbringen können, was der Islamische Staat zu zerstören versuchte. Die gesamte Dokumentation auf diesen Speicherkarten ist auf Persisch, Arabisch und Englisch vorhanden.

Material Speculation: ISIS. Ein Blick auf eine der Speicherkarten, durch die die Werke der Künstlerin zu wahren Zeitkapseln werden sollen. ©Morehshin Allahyari
Material Speculation: ISIS. Ein Blick auf eine der Speicherkarten, durch die die Werke der Künstlerin zu wahren Zeitkapseln werden sollen. ©Morehshin Allahyari

»Material Speculation: ISIS« heißt dieses Projekt.

Morehshin Allahyari sieht darin einen Weg Geschichte und Erinnerungen mithilfe eines 3-D-Druckers zu »reparieren« und bezeichnet die Technik als praktisches Werkzeug zur Archivierung von Kunstgegenständen aber auch als Medium des Widerstands gegen die Zerstörung derselben.

Wie seht ihr das?

Auf eure Meinungen bin ich sehr gespannt!


  • Mehr über das Projekt erfahrt ihr auf der Webseite der Künstlerin.
  • Wer mehr über das Ausmaß der Zerstörungen in Erfahrung bringen will oder auf der Suche nach Bildern der einstigen Originale ist, kann dies beispielsweise hier tun.
  • Schaut auch beim Bild des Monats vorbei.

 

Bilder mit freundlicher Genehmigung von Morehshin Allahyari

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