Warum mit Hund ins Museum?

»Wenn man sich das Bild anschaut, wie die Besucher mit ihren Hunden ins Museum gehen, muss man sich eher fragen, warum Hunde nicht generell in Museen dürfen«, erwidert Wolfgang Heuschen, als ich ihm diese Frage stelle. Er ist Archäologe und freier Mitarbeiter am Neanderthal Museum in Mettmann. Einmal im Monat tut er, was sonst eigentlich niemand macht – er führt durch die Ausstellung, und zwar Besitzer mit Hund!

DoggyDay und Doggy Tour: Gelegenheit für Hund und Halter

Während die Führung mit Hund am Berliner Kupferstichkabinett eine Kurzzeitmöglichkeit darstellte, ist man im Neanderthal Museum bereits einen großen Schritt weiter – denn hier gibt es sowohl die Möglichkeit die Dauer- und Sonderausstellung des Hauses gemeinsam mit seinem vierbeinigen Freund zu erkunden, als auch eine gezielte Führung für Hund und Halter.

Der sogenannte DoggyDay findet an jedem ersten Freitag im Monat statt und gewährt ab 14:00 Uhr allen angeleinten Hunden und deren Begleitern Einlass. Auch die Türen des Museumscafés stehen den Vierbeinern an diesem Tag offen.

Wer es wünscht, kann neben der eigenständigen Erkundung des Hauses einmal im Halbjahr an einer Führung teilnehmen, die am späten Nachmittag unter dem Titel »Mensch-Hund-Wolf« stattfindet und von Wolfgang Heuschen persönlich durchgeführt wird. Als Hundehalter und Hundefreund hat er sich schon lange mit dem Thema Mensch-Hund auseinandergesetzt und nun eine Führung zusammengestellt, bei der die Menschheitsgeschichte in enger Verbindung mit der Wolfs-Hunde-Geschichte ergründet werden kann. Die nächste Führung wird am 1. April 2016 stattfinden. Der Treffpunkt ist im Foyer des Neanderthal Museums.

An jedem ersten Freitag im Monat findet der sogenannte DoggyDay im Neanderthal Museum in Mettmann statt. Seit kurzem gibt es auch eine Führung für Hund und Halter. Foto: Mit freundlicher Genehmigung von Frau Holtkamp, Neanderthal Museum Mettmann
An jedem ersten Freitag im Monat findet der sogenannte DoggyDay im Neanderthal Museum in Mettmann statt. Seit kurzem gibt es auch eine Führung für Hund und Halter. Foto: Mit freundlicher Genehmigung von Frau Holtkamp, Neanderthal Museum Mettmann

Woher kommen wir? Wohin gehen wir? Und vor allem: seit wann mit Hund?

Die etwa einstündigen Führung bringt eine ganze Reihe von Fragen hervor, die nicht nur Hundehalter interessieren dürften. Schließlich zählt der Hund zu einem der ältesten Kulturgüter des Menschen und prägte folglich unser aller Geschichte über einen beträchtlichen Zeitraum mit.

Was wissen wir überhaupt über die Geschichte von Mensch, Wolf und Hund?

Ab wann kann man Hunde an den Knochen oder auch genetisch nachweisen?

Wie kann man sich den Ablauf der Domestizierung vorstellen?

Und welche modernen Methoden und Ergebnisse gibt es, die bei der Klärung zu Geschichte und Ursprung des Hundes beitragen können?

Zugegeben: Notwendig ist der eigene Hund nicht, um derartigen Fragen im Museum nachzugehen. Aber ist dies Grund genug, ihn nicht mitnehmen zu dürfen? Im Neanderthal Museum hat man sich dagegen entschieden, denn unsere Geschichte ist untrennbar miteinander verbunden. Warum sollte sie beim Thema Museumsbesuch aufhören?

Als ehemalige Führungsreferentin freut es mich einfach immer wieder, über derartige Konzepte zu stolpern. Deshalb wünsche ich dem Neanderthal Museum auch weiterhin viel Erfolg mit dem Projekt und bedanke mich an dieser Stelle nochmals recht herzlich bei Herrn Heuschen, der mir ausgiebig und gern vom DoggyDay und der dazugehörigen Tour berichtet hat.


Weitere Informationen

Wo?ÖffnungszeitenKostenSonstiges

Neanderthal Museum, Talstraße 300, 40822 Mettmann

Dienstags bis Sonntags 10:00 – 18:00 Uhr

Jeden ersten Freitag im Monat findet der DoggyDay statt. Seit kurzem können Interessierte an diesen Tagen auch an der DoggyTour, einer Führung mit dem eigenen Hund, teilnehmen.

Eine Übersicht über die Eintrittspreise gibt es hier.

Hier geht es zur Homepage des Neanderthal Museums

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