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Sieg für Italien – Trostpflaster für Kopenhagen

Was tun, wenn man die Katze im Sack gekauft hat?

Diese Frage stellen sich viele Museen und das nicht erst seit gestern. Denn immer wieder zeigt sich Jahre nach dem anständigen Erwerb eines Exponats auf dem Kunstmarkt, dass anscheinend doch nicht alles Gold ist was glänzt. So auch im Fall vom  »Fürstengrab der Sabiner«, das seit Jahrzehnten zu den Herzstücken der etruskischen Sammlung in der Ny Carlsberg Glyptotek gehört.

Möglichkeiten einer Kriese

Es hätte ein politischer Skandal werden können. Doch Geduld und diplomatisches Geschick zahlen sich aus. Dies stellen nun das italienische Kulturministerium und die kopenhagener Ny Carlsberg Glyptotek unter Beweis und zwar auf vorbildliche Weise.

Seit Jahrzehnten hatten sie miteinander gerungen. Die Einen forderten zurück, die Anderen wollten nicht geben. Nun kam es doch zu einer Entscheidung. Das sogenannte Fürstengrab der Sabiner – die Überreste eines etruskischen Paradewagens und die dazugehörigen Grabbeigaben – gehen zurück nach Italien, und das bis Ende 2017. Grund dafür sind die stark hervorgebrachten Beweise dafür, dass es sich bei den Exponaten tatsächlich um Raubkunst handelt, also um zu Unrecht entwendete Gegenstände, die während einer illegalen Grabung in den 1970er Jahren hervorgebracht worden waren.

Während dies für Italien als bedeutenden Sieg im Kampf gegen den Kunstklau zu verzeichnen ist, bedeutet es für die Ny Carlsberg Glyptotek einen herben Verlust. Schließlich wird der Mittelmeerhorizont (die etruskische Ausstellungsabteilung des Hauses) als eine der bedeutendsten etruskischen Sammlungen außerhalb Italiens angesehen – nicht zuletzt wegen dem sorgfältig rekonstruierten Fürstenwagen.

Geben und Nehmen für den guten Zweck

Dies ist auch den Italienern nicht entgangen und so einigte man sich letztlich darauf, dass Italien nach Rückgabe des Wagens und der dazugehörigen Fundstücke der Ny Carlsberg Glyptotek Dauerleihgaben zur Verfügung stellen wird. Eine Entscheidung, die durchaus von historischem Wert ist, zeugt sie doch von dem beidseitigen Willen einander zu helfen, wo es geht.

Ob vielleicht sogar das Fürstengrab selbst einmal zurückkehren wird, bleibt fraglich.

Zu wünschen wäre es der Ny Carlsberg Glyptotek zumindest ebenso, wie die Rückkehr nach Italien eine Freude ist.

Der Fall zeigt deutlich, vor welchen Schwierigkeiten die großen Kunstmuseen stehen, aber auch, dass es durchaus Wege gibt, sich zu einigen. Es bleibt also abzuwarten, was diese angekündigten Dauerleihgaben im Detail sein werden und inwiefern sie tatsächlich dazu beitragen können, dass die Sammlung des Museums nicht an Wert verliert.


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