„On se left you see se Siegessäule“- Einblicke in das Leben eines Stadtbilderklärers

Sie fahren wieder! Dicht an dicht und durcheinander quasselnd. Die Worte der Stadtbilderklärer schallen bis zu mir hinüber an das Spreeufer, wo ich, wie so oft, mit dem Fahrrad unterwegs bin.

Eigentlich fahre ich selbst gerne mit diesen Schiffen. Nachdem ich Tilman Birrs „On se left you see se Siegessäule“ gelesen habe, sehe ich allerdings vieles ganz anders als bisher.

Das Buch ist unterhaltend, lustig und auf gewisse Weise sogar traurig – denn es porträtiert Berlin und seine Touristen in einer ungeheuer realistischen Weise.

Auch ich stand einst neben Berlinbesuchern, die sich vor einem Überrest der Mauer laut die Frage stellten, warum dort eine Küchenrolle steht (sie sahen den Mauerrest offensichtlich als moderne Kunst – am Checkpoint Charlie – logisch. …)

In unserer Hauptstadt erlebt man wahrlich viel. Und Tilman Birr versteht es, das Erlebte so zu verpacken, dass es sowohl für die Berliner selbst, als auch für die Reisenden unterhaltsam ist.

Ich empfehle dieses Buch also wärmstens weiter und freue mich darauf, zu hören, was ihr davon haltet!


Tilman Birr: »On se left you see se Siegessäule – Erlebnisse eines Stadtbilderklärers« (2013 München, Wilhelm Goldmann Verlag)

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