readTicker: Art as Therapy (3)

Gelesen wird: Art as Therapy, von Alain de Botton und Lewis Armstrong (London, 2013)

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Wer nicht fragt, bleibt dumm

Das haben zumindest die Sesamstraßengucker unter uns bereits in ihren frühesten Kindertagen gelernt. Und doch stellen wir überraschend wenig Fragen zum Thema Kunst – insbesondere zu ihrer Methodik.

 

»Was ist ausschlaggebend für die Bedeutung eines Kunstwerks?«

»Welche Art Kunst sollte erschaffen werden?«

»Wie sollte Kunst erworben und verkauft werden?«

»Wie sollten wir Kunst studieren?«

»Wie sollten wir Kunst ausstellen?«

 

Und wer sollte sich diese Fragen überhaupt stellen? Die Künstler, die Kunstwissenschaftler oder die Laien?

Alain de Botton und Lewis Armstrong haben sich ihnen gestellt und sprechen vieles direkt, ja nahezu ungeniert an. Mit ihren Worten öffnen sie einem die Augen für neue Blickwinkel und konfrontieren auch mich mit so mancher These.

 

Die ersten 100 Seiten sind nun geschafft.

Wohin wird mich der Weg noch führen?

Ich sehe die Überschriften der kommenden Kapitel und frage mich, ob ich sie und die Antworten der Autoren auf die oben gestellten Fragen jetzt schon erlese, oder ob ich mir diese Fragen zunächst einmal selbst stellen sollte?

Was ist für mich ausschlaggebend dafür, dass es sich bei einem Kunstwerk um eines mit einer besonderen Bedeutung handelt? Ist es der Künstler, die Maltechnik, das Motiv oder etwas ganz anderes? Wonach halte ich bei einem Museumsbesuch tatsächlich Ausschau? Wenn ich es mir recht überlege, sind das zunächst tatsächlich die Künstler, teilweise Epochen, die mich besonders interessieren. Ob das der richtige Weg ist, habe ich mich vor dem Besuch der Sonderausstellung »Art is Therapy« nie gestellt.

Ihr etwa?



Und auch bei den Fragen zur Erschaffung von Werken und dem An- und Verkauf derselben herrscht in meinem Kopf tatsächlich eine erschreckende Leere. Befassen sich damit nicht nur Künstler und Auktionatoren?

 

Was haltet ihr von all diesen Fragen?

Fühlt ihr euch dadurch vielleicht sogar bedroht oder ist es viel eher eine Erlösung, diese endlich einmal geschrieben zu sehen?

 

Eure Meinungen zu diesen Themen interessieren mich sehr!

2 Gedanken zu „readTicker: Art as Therapy (3)

  1. Deine Frage „Ist es der Künstler, die Maltechnik, das Motiv oder etwas ganz anderes?“ scheint zu zeigen, dass die Autoren sich bei „Kunst“ auf Malerei als Kunst konzentriert haben. Stimmt dies?
    Da stellt sich mir auch gleich die Frage, inwiefern man Kunstrichtungen abtrennt und wo Kunst anfängt und aufhört… Denn wenn Kunst, wie im Duden vermerkt „das Können, besonderes Geschick, [erworbene]“ ist, wäre doch auch schon die „erworbene“ Fähigkeit, besonders effizient oder/und elegant sein Mittagsessen zu verspeisen, Kunst. 🙂

    1. Obwohl sich die Kunstfrage der Woche 8 eher an Gemälden orientiert, konzentrieren sich die Autoren von „Art as Therapy“ mit ihren Thesen nicht ausschließlich auf die Malerei. Ein Großteil ihrer Beispiele bezieht sich zwar darauf, aber im Großen und Ganzen geht es ihnen um die Kunst als solche und nicht um einen einzelnen Bereich.

      Auf die Frage, wie Kunstrichtungen abzutrennen sind, kann gleichermaßen die Frage gestellt werden, ob Kunstrichtungen überhaupt notwendig sind? Denn es geht in diesem Werk darum, was wir unter Kunst verstehen und wie wenig Fragen wir uns tatsächlich dazu stellen.

      Zu fragen, wo Kunst beginnt und wo sie endet, ist für viele ungewohnt und geradezu unwissenschaftlich behaftet. Es geht den Autoren also vor allem darum uns vor Augen zu führen, wie tiefgründig wir Kunst betrachten könnten, wenn wir offener für Fragestellungen wären. Denn es geht in der Tat darum, was Kunst eigentlich ist.

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