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readTicker: Art as Therapy (1)

Gelesen wird: Art as Therapy, von Alain de Botton und Lewis Armstrong (London, 2013)

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Wofür Kunst?

Die Frage nach dem Sinn der Kunst scheint geradezu unangebracht. Sie ist außerordentlich wichtig, genießt höchstes Ansehen und wird doch viel zu selten erklärt. Wobei damit nicht gemeint ist, dass es an Erklärungen zu Kunstwerken mangelt. Aber wenn wir einmal ehrlich sind, dann konzentrieren sich diese meist auf eher kunstwissenschaftliche Aspekte, wie den Künstler, der das Werk einst schuf, die Epoche, aus der es stammt oder auch das Material, aus dem es besteht.

Im Grunde geht es bei einem Museumsbesuch eher um das Erkennen, als um das Sehen und so endet ein Ausflug in einem der renommierten Häuser nicht selten mit »einem unbeeindruckten, verwirrten oder gar unbefriedigten Gefühl, gefolgt von der Verwunderung darüber, warum sich uns die erwartete Offenbarung einfach nicht zeigte.«

 

Wo liegt das Problem?

Ist es einfach ein unvorbereitet sein oder gar eine Form von Unwissenheit, die zu diesen Erlebnissen führt? Die Autoren des Buches sagen: »Das Problem liegt nicht in jedem Einzelnen von uns, sondern in unserer anerzogenen Art mit Kunst umzugehen.«

  • Lehre – kunstwissenschaftliche Fragestellungen statt individueller Auseinandersetzungen mit den Werken!
  • Verkauf – wahre Meister, falsche Künstler, Markenname, unbekannt!
  • Präsentation – Information statt Konfrontation, du siehst das statt, was siehst du?

 

Was ist der Sinn von Kunst?

Ist Kunst einfach nur dazu da, um schön zu sein?

Müssen wir sie überhaupt analysieren?

Was, wenn sie einen klar definierbaren Sinn hat, fernab von der Verwissenschaftlichung?

Diese Fragen sind sehr direkt – beinahe zu direkt, denn ich habe sie mir nie wahrhaft gestellt.

Stellen nicht nur Kinder solche Fragen? Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass es in den Museen meist die Kinder sind, welche die besten Fragen stellen.

Konfrontiere ich mich damit, kommen zunächst noch mehr Fragen als Antworten auf. So frage ich mich beispielsweise, ob das Miteinbeziehen von Gefühlen, die wir beim Betrachten von Kunstwerken haben, als eine unwissenschaftliche Herangehensweise zu betrachten ist? Oder lassen sich der wissenschaftliche Ansatz und der psychologische Blickwinkel vielleicht sogar vereinen? Sollte das sogar so sein? Oder ist es schlichtweg unmöglich?

 

»Betrachtet die Kunst als Werkzeug!«

Es klingt geradezu banal. Und doch verstehe ich, was die Autoren damit meinen.

Versteht man die Kunst als eine Art therapeutisches Medium, erklärt sich der Vergleich mit einem Werkzeug beinahe wie von selbst. Immerhin ist es doch so, dass wir uns für gewöhnlich dann mit Werkzeugen behelfen, wenn wir sie zum Ausgleich etwaiger Schwächen benötigen. »Mit den Händen können wir nicht schneiden. Mit einem Messer schon.«

Wozu also dient uns die Kunst?

Was kann sie uns geben?

Die Antworten darauf erwarten uns im nächsten Kapitel.


 

Was meint ihr?
Habt ihr euch darüber überhaupt schon einmal Gedanken gemacht?
Auf eure Gedanken, Meinungen und Fragen bin ich sehr gespannt!

 


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Ein Gedanke zu „readTicker: Art as Therapy (1)

  1. Allerdings ist die Kunstwissenschaft auch eine Folge dieser und vieler weiteren Fragen. Schließlich ist jeder Kunststil einmal neu gewesen und sollte durch Fragen EINE pauschale Antwort oder Modelle finden lassen. Alles in gewisse Schemata zu stecken, ist sicherlich einfach, aber nicht richtig oder schon gar nicht die richtige Antwort…

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