Die Raumaufteilung nach Epochen, ob stilistisch oder historisch gesehen, ist uns ein vertrauter Anblick beim Museumsbesuch. Die Autoren von Art as Therapy halten diese Ausstellungsart allerdings für nicht ausreichend und vertreten eine vollkommen neue Idee.

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Gelesen wird: Art as Therapy, von Alain de Botton und Lewis Armstrong (London, 2013)

 

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Stellen wir Kunstwerke falsch aus?

Sollte man im Bezug auf die Ausstellungskonzeption von Richtig oder Falsch sprechen?

Ist die Herangehensweise unserer Museen vielleicht zu wissenschaftlich geprägt?

Und warum stellen wir Kunstwerke überhaupt aus?

Umso weiter ich lese, sehe ich mich mit Fragen konfrontiert, die ich mir wahrlich nie gestellt habe und die mich mitunter an meine Grenzen bringen. Die Besuche von Ausstellungen sind ein erheblicher Teil meines Lebens und bedeuten ebenso Bildung wie Freude für mich. Immer wieder achte ich darauf, ob und in welcher Weise eine Ausstellung barrierefrei gestaltet ist und begrüße die vielen neuen Wege, die in den letzten Jahren beschritten werden. Dazu gehören zum Beispiel mehr Offenheit für die wachen Augen und aufmerksamen Fragen von Kindern und Jugendlichen, aber auch Tafeln und Tastmodelle für Blinde und Sehbehinderte, Rollstuhlrampen und noch vieles mehr.

Was aber mit der vorwiegend akademisch bzw. historisch geprägten Raumplanung der Museen und den Beschreibungen zu den ausgestellten Werken?

Habe ich mir darüber überhaupt schon einmal den Kopf zerbrochen?

Bis vor Kurzem hätte ich behauptet: »Auf jeden Fall!« Mittlerweile bin ich mir da aber gar nicht mehr so sicher. Denn ich begrüße den roten Faden, der sich mir durch die gegebene Ausstellungsstruktur ergibt, und fühle mich unterstützt, manchmal (im positiven Sinne) des Besseren belehrt zu werden, wenn ich die Informationen zu einem beliebigen Werk lese.

Infolge der Autoren Alain de Botton und John Armstrong ist eine Ausstellung, die sich gänzlich an historischen und akademischen Ansätzen orientiert irreführend für den Besucher. Viel eher sollte Kunst nach den Bereichen ausgestellt werden, in denen sie uns eine Stütze sein kann.
Infolge der Autoren Alain de Botton und John Armstrong ist eine Ausstellung, die sich gänzlich an historischen und akademischen Ansätzen orientiert irreführend für den Besucher. Viel eher sollte Kunst nach den Bereichen ausgestellt werden, in denen sie uns eine Stütze sein kann. Was würde geschehen, wenn die Museen ihr Konzept von heute auf morgen diesem Modell anpassen?

Darüber, ob diese Herangehensweise falsch oder zumindest (die Bedeutung von Kunst betreffend) irreführend sein könnte, habe ich wahrlich noch nicht sonderlich nachgedacht. Bis zu dem Zeitpunkt, als ich begann, dieses Buch zu lesen.

Wohin führt es mich bloß?

Weit weg von dem, worum es bei der Kunst eigentlich geht oder vielleicht viel näher an das tatsächliche Ziel und die wahre Bedeutung von Kunst heran?

Ich bin mir alles andere als sicher!

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