Kunst, Körper und Toleranz: Ein Blick auf die kommenden 12 Monate (Teil 2)

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Auch im zweiten Teil dieser Reihe spielt der Körper eine wichtige Rolle. Allerdings in einer Weise, die für viele Museumsbesucher einfacher zu bewältigen ist. Es geht um Mumien, aber auch um die Ursprünge dessen, was wir heute als Kunst bezeichnen.

 Teil 2: Aus eisigen Zeiten

 Faszination Tierbaby

Tierbabys sind vielleicht weniger Kunst aber ein Besuchermagnet sind sie allemal – besonders wenn sie über ein Alter von mehreren 10.000 Jahren verfügen und trotz ihrer Mumifizierung immernoch irgendwie süß aussehen. Die Rede ist natürlich von Mammut-Babys und diese sind, nebst anderen Vertretern der Eiszeit und Repliken derselben, noch bis zum 02.03.2015 in der Sonderausstellung »Mammuts. Eismumien aus Sibirien« im Naturhistorischen Museum Wien zu bestaunen. Unter den Exponaten befinden sich beispielsweise das komplette Skelett des sogenannten »Lensky-Mammuts«, sowie die berühmten Mammut-Babys »Dima« und »Ljuba«.

Wer es im vergangenen Jahr also nicht ins Londoner Natural History Museum und die damalige Mammut-Ausstellung geschafft hat, sollte einen Kurztrip nach Wien in Erwägung ziehen. Schließlich gibt es Mammut-Babys nicht immer und überall zu sehen.

Mammut-Baby „Dima“, links: sein Herz, rechts: sein Penis © NHM Wien, Kurt Kracher
Mammut-Baby „Dima“, links: sein Herz, rechts: sein Penis
© NHM Wien, Kurt Kracher

Weitere Informationen zu dieser Sonderausstellung:

Wann?Wo?ÖffnungszeitenKostenSonstiges

19. November 2014 – 02. März 2015

Naturhistorisches Museum, Maria-Theresien-Platz, Wien
info@nhm-wien.ac.at
Tel. +43 1 521 77
Hinweise zur Erreichbarkeit:U-Bahn: U2 und U3Busse:2A und 48AStraßenbahnlinien: 1, 2, D, 46, 49

Donnerstag bis Montag: 9:00 –18:30 Uhr

Mittwoch: 9.00 – 21.00 Uhr

Dienstags geschlossen!

Einlass bis 30 Minuten vor Schließung!

Erwachsene: 10,00€

Freier Eintritt für Kinder und Jugendliche bis 19 Jahre und die Freunde des NHM.

Ermäßigungsberechtigte: 8,00€

Studenten, Lehrlinge, Soldaten und Zivildienstleistende: 5,00€

Hier geht es zur Homepage des Naturhistorischen Museums Wien.

Nähere Informationen zur Sonderausstellung »Mammuts. Eismumien aus Sibirien« gibt es hier.


Höhlenkunst ganz nah

© Lascaux International Exhibition
Black Cow © Lascaux International Exhibition

Ebenfalls mit dem Fokus auf längst vergangene Zeiten, dafür aber weniger tierisch, geht es auf der momentanen Sonderausstellung »LASCAUX. The Sistine Chapel of Prehistory« im Cinquantenairé Museum in Brüssel zu. Und da Indonesien gerade dabei ist der europäischen Höhlenkunst den Rang abzulaufen – zumindest was das Alter der Felsbildnisse betrifft – kommt diese Ausstellung gewisser maßen gerade recht.

Vielleicht sind die Höhlenbildnisse von Lascaux mit ihrem Alter von knapp 20 000 Jahren nicht mehr die ältesten der Welt (die indonesischen Vertreter wurden vor Kurzem auf stolze 39 900 Jahre datiert), weniger sehenswert sind sie aus diesem Grund allerdings nicht.

Die Scan-Technik hebt die 20 000 Jahre alten Felsmalereien nicht nur in die virtuelle Welt, sondern trägt auch einen unschätzbar wichtigen Beitrag zum Schutz solch fragiler Zeugnisse bei. © Lascaux International Exhibition
Die Scan-Technik hebt die 20 000 Jahre alten Felsmalereien nicht nur in die virtuelle Welt, sondern trägt auch einen unschätzbar wichtigen Beitrag zum Schutz solch fragiler Zeugnisse bei. © Lascaux International Exhibition

Vor dem Hintergrund der modernen Technik spielt auch der Umstand, dass die Lascaux-Höhle eigentlich im Herzen Frankreichs liegt, keine Rolle mehr, denn diese holt nun eine Reproduktion der gesamten Lascaux-Höhle in die Hallen des Cinquantenairé Museums. Dadurch wird es den Besuchern ermöglicht einen Blick in diese berühmte Höhle zu werfen, ohne sie tatsächlich zu betreten. Immerhin ist dies seit 1963 nicht mehr gestattet. Umso schöner also, dass man sich nun zumindest auf diese Weise hineinbegeben und über das Gesehene staunen kann.

Eigentlich ist die Ausstellung insbesondere an Familien mit Kindern gerichtet. Ein Grund diese nicht zu besuchen, wenn man keine Familie im Schlepptau hat, ist das allerdings nicht. Wann sonst bietet sich die Gelegenheit Höhlenkunst zu bestaunen, ohne ein schlechtes Gewissen haben zu müssen, etwas zu beschädigen?

Ab dem 2. März ist allerdings Schluss. Wer diese Ausstellung noch sehen möchte, sollte sich also schnellstmöglich gen Brüssel aufmachen.


Weitere Informationen zu dieser Sonderausstellung:

Wann?Wo?ÖffnungszeitenKostenSonstiges

14.11.2014 – 15.03.2015

Musée du Cinquantenaire, Parc du Cinquantenaire 10, Brüssel

Tel.: + 32 (0)2 741 72 11

Dienstag bis Freitag: 9:30 – 17:00 Uhr

Samstag, Sonntag und an Feiertagen: 10:00 – 17:00 Uhr

Geschlossen: Montag, 1. Januar, 1. Mai, 1. und 11. November sowie 25. Dezember

Erwachsene von 26 bis 64 Jahren: 10.00 €

Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene von 6 bis 25 Jahren: 4.00 €

Freier Eintritt für Kinder bis einschl. 5 Jahren

Tickets sind online erhältlich!

Hier geht es zur Homepage des Musée du Cinquantenaire.

Nähere Informationen zur Sonderausstellung »LASCAUX. The Sistine Chapel of Prehistory« gibt es hier.


 

Ebenfalls lesenswert:

»Frühe Höhlenkunst in Südostasien«, von Will Roebroeks (ins Deutsche übersetzt von Annine Fuchs)


Quellverweis Titelbild:

Mammut-Baby „Ljuba“ (Replik) © Lascaux International Exhibition