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Kopenhagen: Stadt der Skulptur

Die dänische Hauptstadt ist bekannt für ihre Radfahrerhorden, den Vergnügungspark Tivoli und das gute alte Smørrebrød. Ob Geschichtsinteressierte, Architekturliebhaber oder Shoppingqueen – in Kopenhagen findet jeder genau das, wonach er sucht. Doch was zeichnet Kopenhagen eigentlich aus, wenn man es übergeordnet mit den anderen europäischen Hauptstädten vergleicht? Sind es die vielen Radfahrer und der Meerblick? Wohl kaum, denn das gibt es beispielsweise auch in Amsterdam.

Eine Antwort auf diese Frage zu finden ist alles andere als leicht. Doch nach gründlicher Überlegung und drei wundervollen Jahren in dieser bezaubernden Stadt kann ich guten Gewissens sagen: Es ist die Skulptur! Denn diese gibt es in Kopenhagen, wo auch immer man geht oder steht und bisweilen sogar unter Wasser.


Am Kopenhagener Hafen


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Die kleine Meerjungfrau

Den größten Berühmtheitsgrad hat mit Sicherheit die kleine Meerjungfrau. Diese befindet sich am Langelinie Pier und zählt zu den wichtigsten Touristenattraktionen der Stadt. Die Bronzeskulptur blickt auf eine bewegte Geschichte zurück, denn sie stand lange Zeit ohne Kopf da. Heute ist alles wieder am rechten Ort und sie ist zu jeder Tages- und Nachtzeit am Kopenhagener Hafen zu finden.

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von Michael Apel (photo taken by Michael Apel) [CC BY-SA 3.0], via Wikimedia Commons
Replikat des David von Michael Angelo. Foto: Michael Apel (photo taken by Michael Apel) [CC BY-SA 3.0], via Wikimedia Commons

Der David am Langelinie Pier

Nicht weit von der kleinen Meerjungfrau entfernt steht ein Replikat von Michelangelos David. Hinter der Statue verbirgt sich weitaus mehr, als zunächst angenommen, denn sie markiert den Eingang der dahinterliegenden Königlichen Abguss-Sammlung. Diese beherbergt über 2000 Gipsabgüsse, die auf 4000 Jahre Geschichte zurückblicken. Zweimal die Woche stehen die Türen Besuchern offen. [SEIT DEM 1. März 2016 GESCHLOSSEN! Mehr dazu findet ihr hier.]

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Auf den Spuren des Schriftstellers


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H. C. Andersen

Häufig vertreten sind Skulpturen rund um das Thema H. C. Andersen. Dabei darf natürlich auch der Schriftsteller selbst nicht fehlen. Und so sitzt er am Rande des Rathausplatzes, gegenüber des Vergnügungsparks Tivoli und betrachtet die an ihm vorbeieilenden Besucher und Bewohner der Stadt. Wer mehr über den Künstler erfahren will, kann dies im nahegelegenen Fairy-Tale House tun.

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Agnete og HavmandenAgnete og Havmanden

Zu den Märchenskulpturen der Stadt zählt ebenfalls die Skulpturengruppe »Agnete og Havmanden« (Agnete und der Wassermann). Wer nicht weiß, dass es sie gibt, wird sie nur durch Zufall entdecken, denn sie befindet sich unter Wasser und ist somit nicht nur eine der außergewöhnlichsten Skulpturen der Stadt, sondern des ganzen Landes.

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Im Zentrum der Stadt


 

Ny Carlsberg Glyptotek. Wintergarten. Foto: Kim Nilsson
Ny Carlsberg Glyptotek. Wintergarten. Foto: Kim Nilsson

Die Ny Carlsberg Glyptotek

Der Brauer Carl Jacobsen hat in Kopenhagen weitaus mehr hinterlassen als das Bier, denn er war vor allem eines: ein begeisterter Antikensammler. Noch vor seinem Tod schenkte er seine umfangreiche Sammlung der Stadt und ließ bei dieser Gelegenheit auch gleich das dazugehörige Museum errichten. Dies ist die Ny Carlsberg Glyptotek – eines der schönsten Gebäude der Stadt. Neben einer Sammlung griechischer, römischer, etruskischer und ägyptischer Skulptur, behaust das Museum ebenfalls eine umfassende Geäldesammlung, die auf den Sohn des Brauers zurückzuführen ist.

Dienstags ist der Eintritt kostenlos!
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Foto: Jørn Larsen, Thorvaldsens Museum

Das Thorvaldsens Museum

Architektonisch wie auch skulpturspezifisch betrachtet, gibt es nur ein Gebäude, welches der Ny Carlsberg Glyptotek in nichts nachsteht. Dies ist das Thorvaldses – ältestes Museum der Stadt und gleichzeitig Mausoleum des weltberühmten Bildhausers Bertel Thorvaldsen. Neben Skulpturen und Gipsabgüssen seiner Werke sind hier auch die private Antikensammlung Thorvaldsens und ein Teil seines Mobiliars zu finden. Nirgends sonst in der Stadt ist ein vergleichbares Licht- und Schattenspiel zu erleben, wie in diesen Räumlichkeiten.

Mittwochs ist der Eintritt kostenlos!
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Sprechende Statuen


Seit 2013 gibt es mancherorts in Kopenhagen sogar sprechende Statuen. Und damit sind keine Pantomime Künstler gemeint. Es handelt sich hierbei um auserwählte Skulpturen, die mittels einer Gratisapp abrufbar sind. Auf diese Weise kann die Stadt von einer gänzlich neuen Seite entdeckt werden, denn die Skulpturen erzählen den Passanten ihre Geschichte. Nach Angaben von Visitcopenhagen.dk können derzeit folgende neun Statuen sprechen:

– Hans Christian Andersen (1805-1875), Rathausplatz (Schriftsteller)
– NFS Grundtvig (1783-1872), Vartov Plads (Priester)
– König Friedrich V. (1723-1766), Schloss Amalienburg
– Ludvig Holberg (1684-1754), Königliches Theater, Kongens Nytorv (Schriftsteller)
– Adam Oehlenschläger (1779-1850), Königliches Theater, Kongens Nytorv (Schriftsteller)
– Søren Kierkegaard (1813-1855), Königliche Bibliothek/Garten (Philosoph)
– König Christian IV. (1577-1648), Øster Voldgade 15
– Tycho Brahe (1546-1601), Øster Voldgade 3 (Astronom)
– Hans Christian Andersen (1805-1875), Königsgarten/Kongens Have/ Schloss Rosenburg (Schriftsteller)

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Dies ist natürlich nur eine kleine Auswahl der Skulpturen der Stadt. Sie alle aufzuzählen, würde schlichtweg den Rahmen sprengen. Interessieren würde mich an deiser Stelle allerdings, welche Skulpturen eure Favoriten sind.

Habt ihr eine?


Bislang erschienene Teile der Städtereihe

Kopenhagen: Stadt der Skulptur

Edinburgh: Stadt der Festivals

Cerveteri: Stadt der Toten

Berlin: Stadt der Spione

Haithabu: Stadt der Wikinger

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