Kopenhagen: Eine Sammlung im Aufruhr

Die Königliche Abguss-Sammlung in Kopenhagen steht derzeit unter einem dunklen Stern. Seit dem 1. März 2016 musste sie ihre Türen für die Öffentlichkeit schließen – aufgrund von Sparmaßnahmen. [Mehr dazu findet ihr hier]. Unterkriegen lässt sich die Abteilung des Staatlichen Kunstmuseums jedoch nicht so einfach. Mithilfe der »Freunde der Abguss-Sammlung« – einer Lobbyvereinigung, die sich für bessere Verhältnisse der Sammlung einsetzt – wehrt man sich nun vehement, und zwar in Form von drei Sonderöffnungstagen.

Merkt euch:

Sonntag den 17. April – Sonntag den 1. Mai & Sonntag den 22 Mai

Immer um  13-16:00 Uhr in der Toldbodgade 40, 1253 Kopenhagen

Einsparungen sind auch nur eine Hürde, die es zu meistern gilt

Das Engagement der Freunde der Abguss-Sammlung ist alles andere als neu. Bereits sei 2002 setzen sie sich für die Etablierung der Sammlung als offizielles Museum ein. Daran werden auch die kürzlich durch die Regierung verhängten Einsparungen im kulturellen Sektor nichts ändern. Die Botschaft ist klar:

Die Schließung der Königlichen Abguss-Sammlung zeigt, wie unüberlegt und kurzsichtig die Kulturpolitik des Landes derzeit ist. Denn es besteht hier ein enormes Potenzial, sowohl als Museum wie auch als Bildungsinstitution, welches nicht nur Archäologen und Kunsthistoriker, sondern auch Künstler und Kunstliebhaber deutlich sehen. Warum die Politik dies nicht tut, bleibt fraglich. Abschrecken lässt man sich dadurch jedoch keinesfalls. Und so sieht die Königliche Abguss-Sammlung den drei Sonderöffnungstagen mit erhobenem Kopf und einer positiven Einstellung entgegen.

Die Sammlung der Königlichen Abguss-Sammlung in Kopenhagen umfasst eine große Spannbreite von ägyptischer über griechische und römische bis hin zu christlicher Kunst. Darunter befinden sich auch viele Kopien der sogenannten Meisterwerke antiker Skultpur. Foto: Pressimage - Statens Museum for Kunst, Kopenhagen
Die Sammlung der Königlichen Abguss-Sammlung in Kopenhagen umfasst eine große Spannbreite von ägyptischer über griechische und römische bis hin zu christlicher Kunst. Darunter befinden sich auch viele Kopien der sogenannten Meisterwerke antiker Skultpur. Foto: Pressimage – Statens Museum for Kunst, Kopenhagen

Nehmt die Füße in die Hand und auf geht’s nach Kopenhagen

Ein Besuch ist wärmstens zu empfehlen, auch dann, wenn man den dänischsprachigen Aufklärungs- und Unterhaltungsprogrammen nicht folgen kann. Denn die drei Etagen des sogenannten Westindischen Packhauses bieten viel Platz und Raum, um sich auf Spurensuche und Entdeckungen zu begeben.

Wer will, kann die Königliche Abguss-Sammlung zudem unterstützen, indem er vollkommen kostenlos der Freunde der Abguss-Sammlung beitritt.

Dazu sendet ihr einfach eine E-Mail an: mail@gipsen.dk

Dänisch hin oder her: das Schicksal dieser Sammlung geht uns alle etwas an und wir sollten gemeinsam etwas dafür tun, Abguss-Sammlungen zu unterstützen.

Macht den ersten Schritt, meldet euch an oder schaut vorbei. Jede noch so kleine Hilfestellung kann letztendlich der Tropfen sein, der fehlt, um die Sammlung wieder erfolgreich öffnen zu können.


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