Appalachian Trail: Trail Names

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Von Mighty Thor über No Pepsi bis hin zu The Wild Turky, die auf dem Appalachian Trail vergebenen Trail-Namen sind mannigfaltig und mitunter nicht immer selbsterklärend. Bekommen tut aber so gut wie jeder Thru hiker einen, und das auf unterschiedlichste Weise.


Dieser Beitrag ist Teil der Reihe: Zwei Frauen, 3500 Kilometer, 14 Staaten, 180 Tage …

Wie man zu seinem Namen kommt

Die einen, so wie Anja, geben sich selbst noch vor Wanderantritt einen solchen Trail-Namen, damit sie es gekonnt umgehen, am Ende mit einem Namen dazustehen, den ihnen die anderen Wanderer gegeben haben und der einem im schlimmsten Fall nicht gefällt. Die anderen, so wie Nadine, harren einfach der Dinge, die da kommen, und warten auf den Moment, in dem ihnen ihr Name verliehen wird. So ganz nach dem Motto: No risk, no fun. Und dann gibt es da noch diejenigen unter den Thru hikern, die sich, nochmal wie Anja, zwar bereits einen Namen ausgesucht haben, und am Ende doch schneller mit einem neuen Namen dastehen, als sie gucken können.

Seinen Anfang nahm die Namensgebung bereits eine Woche zuvor als Anja und Nadine auf dem Trail zwei jungen Männern begegneten, die nun auf einem Parkplatz in dem Shuttle saßen, das sie alle nach Franklin bringen sollte. Dort kamen sie im selben Motel unter, und es kam, wie es kommen musste: Man kam ins Gespräch. Beliebte Themen bei den Hikern sind vor allem die Ausrüstung und das Wetter. Doch dieses Gespräch sollte in eine andere Richtung führen:

«Hast du denn schon einen Trail-Namen?»

Obwohl von Anfang an auch andere Wanderer auf dem Trail unterwegs gewesen sind, waren Anja und Nadine bislang nicht wirklich in ein tiefgründigeres Gespräch mit anderen verwickelt worden. Zu kurz waren die Begegnungen oder zu müde die Beteiligten an den Abenden. Von daher musste Nadine dem jungen Herren gestehen, dass sie noch keinen Trail-Namen besaß. Gedanken wurden sich gemacht, es wurde gegrübelt, nachgedacht und letztlich die dänische Flagge mit der Frau kombiniert. Mit einem Ergebnis, das für die Vikings-Gucker unter uns gar nicht mal so weit dahergeholt ist.

Lathgertha

Zugegeben, die Historiker unter uns merken sogleich, dass Lathgertha infolge der Überlieferungen des Saxo Germanicus aus dem 12. Jahrhundert keine dänische, sondern eine norwegische Schildmaid und Herrscherin in Norwegen gewesen ist. Doch sie war mit dem dänischen Wikinger-Helden Ragnar Lodbrok verheiratet, von daher drücken wir an dieser Stelle mal ein Auge zu. Und da Lathgertha, um es mit Nadines Worten auszudrücken, «eine ziemlich coole Sau» ist, gibt es wohl durchaus schlimmere Namen, die man bekommen könnte.

Dirty Girl

Dirty Girl hingegen klingt, ja, wie sollen wir es bloß sagen? … ganz schön dirty. Welcher Wanderer vergibt solch einen Namen? Nun, das ist im Grunde ganz einfach: Anja macht das selbst. Unbeabsichtigt, aber selbst, das war scheinbar die Devise, und es wurde dabei auch herzhaft gelacht. Denn am Ende eines langen Tages wollte sie sich eigentlich nur von der lustigen Runde auf dem Parkplatz verabschieden und ein Bad nehmen, bevor es schlafen geht.

«I have to go, I need to shower. I’m such a dirty girl».

Fremdsprachen sind schon so eine Sache. Sie sorgen gerne mal für Kopfzerbrechen, vor allem aber machen sie mit der ein oder anderen etwas unbeabsichtigten Wortwahl die schönsten und lustigsten Momente aus. Dirty Girl kann ihren Namen unserer Meinung nach mit genauso viel Stolz tragen, wie Lathgertha. Auf ihre Abenteuer sind wir weiterhin gespannt. 🙂

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