Appalachian Trail: New Hampshire

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Die Pause tut unendlich gut. Doch das Visum ist nicht mehr all zu lange gültig und so muss es weitergehen. Nach zwei Tagen werden Anja und Nadine nach Hanover gebracht, um von dort aus wieder auf den Trail zu kommen. Es ist noch immer zu warm, die Rucksäcke sind zu schwer, die Berge zu hoch und sie merken sehr schnell, wie sehr sie von den Bergen der vorherigen Staaten verwöhnt worden sind — zumindest, was die Anstiege angeht. Denn in Vermont ist das Gelände oftmals sehr steil und unwegsam. Doch nun haben sie es fast geschafft. Die White Mountains rücken immer näher und diese sind ein Ziel, auf das sie sich schon seit Beginn ihrer Reise unendlich freuen. Sie beißen also die Zähne zusammen, trotzen der Hitze und stapfen weiter gen Norden, so weit sie ihre Füße am Tag tragen.


Dieser Beitrag ist Teil der Reihe: Zwei Frauen, 3500 Kilometer, 14 Staaten, 180 Tage …

Auf dem Weg zu den White Mountains

Hier und da entscheiden sie sich fürs Slackpacking, eine Form des Wanderns, bei der man nur mit einer Tagesration unterwegs ist und abends in einem Shelter oder Hotel übernachten kann. Dadurch gehen zwar die Nächte im Freien verloren, aber einmal ohne die schweren Rucksäcke zu wandern, ist definitiv eine willkommene Abwechslung.
Nicht weniger hilfreich sind auch die malerischen Ausblicke auf die Whities, die sich immer wieder ergeben. Besonders schön zum Beispiel vom Mount Liberty aus, der den Blick fast auf die gesamten White Mountains freigibt. Dafür nehmen sie auch das Krabbeln und Klettern auf Händen und Füßen in Kauf, das in diesen Tagen immer mal wieder ansteht.

Vor, durch oder danach?

Ob als Schauer oder durchgehend über Wochen, ein ständiger Begleiter in diesen Tagen ist und bleibt der Regen und mit ihm die Frage, wie man damit am besten umgeht. Denn gerade in den Bergen gibt es so manche Strecke, die nicht unbedingt empfehlenswert bei schlechtem Wetter ist. Jeden Morgen fällt also ein prüfender Blick auf die Wettervorhersage, woraufhin es abzuwägen gilt, wie wahrscheinlich es ist, dass man die bevorstehende Strecke im Wettervorhersagezeitfenster schafft oder auch nicht. Hier und da entscheiden sie sich dafür, die Beine in die Hand zu nehmen und mit der Regenfront im Rücken so viel Strecke zurückzulegen, wie möglich. Anderenorts legen sie für ein paar Tage eine Pause ein und lassen den Regen passieren. Und dann gibt es natürlich auch die Tage, an denen die Wettervorhersage ihnen einen Streich spielt und der Regen deutlich früher einsetzt als erwartet.