Appalachian Trail: Into the Smokies

English version coming soon

Von der Nanthala Mountain Lodge führt der Weg weiter über das Fontana Village Resort. Wegen schlechten Wetters müssen sie den Trail am Tellico Gap verlassen und mit einem Shuttle zum 35 Meilen entfernt liegenden Fontana Dam fahren. Eine enttäuschende Angelegenheit. Aber es ist nichts zu machen. Sie können höchstens am Ende der Reise noch einmal zurück kommen, um den übersprungenen Teil der Strecke nachzuholen – vorausgesetzt es bleiben noch genügend Zeit und Geld vor Ablauf des Visums.


Dieser Beitrag ist Teil der Reihe: Zwei Frauen, 3500 Kilometer, 14 Staaten, 180 Tage …

Fontana Dam

Der in den 1940iger-Jahren erbaute Damm liegt an der südwestlichen Grenze des Great Smoky Mountains National Park und gilt mit einer Höhe von 150 m als größter Staudamm im Osten der USA. Der Appalachian Trail führt direkt über ihn hinüber und von dort aus direkt in die Great Smoky Mountains (kurz Smokies) – einen Gebirgszug entlang der Grenze zwischen den beiden US-Bundesstaaten Tennessee und North Carolina, der zu den von der UNESCO anerkannten Weltnaturerben zählt. Es ist von Anfang an ein steiler und anstrengender Aufstieg, der jedoch mit einem wunderschönem Panoramablick belohnt.

Erste Nacht im Shelter

Neben dem ständigen Auf und Ab geht auch das Wetter in die Knochen. Denn es ist nicht nur kalt und nass, sondern auch immer wieder verschneit. Und so kommen sie nicht so weit voran, wie sie es sich eigentlich gewünscht hätten. Nach einer kalten Nacht im Zelt ist deshalb schon nach 5 Meilen Schluss.

Im Mollies Ridge Shelter ist noch Platz. Und so entscheiden sie sich, dort zu bleiben und sich auszuruhen, so gut es in einem Shelter eben geht. Denn hier ist es dann doch sehr anders als im Zelt. Bei Platz für 14 Personen mitsamt ihrer Ausrüstung schläft man dicht an dicht und es heißt, die richtige Position zum Schlafen zu finden, denn eine andere Option ist nicht gegeben. Wenn Platz ist, muss man im Shelter schlafen. Erst dann, wenn der Shelter voll ist, darf man ausnahmsweise sein Zelt draußen aufschlagen.

Diese Ausnahme gilt auch für den Fall, dass eine Gruppe von Wochenendwanderern kommt. Denn diese können gegenüber den Thru Hikern einen Platz im Shelter reservieren und bei Ankunft diesen Platz räumen lassen, ganz gleich zu welcher Tages- und Nachtzeit. An Tagen wie diesen, wo es draußen stürmt, regnet und eisig ist, bleibt also nur zu hoffen, dass man nicht mitten in der Nacht gezwungen sein wird sein Zelt im Pyjama aufzuschlagen.

Auf nach Gatlinburg

Diese Regelung gilt überall in den Smokies. Wild Campen ist strengstens untersagt. Deshalb liegen die Shelter auch in regelmäßigen Abständen von etwa 6 bis 7 Meilen von einander entfernt. Erreicht man also einen solchen Shelter, gilt es zu überlegen, ob weitere sechs bis sieben Meilen noch zu schaffen sind oder nicht. Eine Frage, die gut überlegt sein sollte, erst recht in den Smokies mit ihrem steilen Terrein. Und so bewegen sich Anja und Nadine nur langsam voran, nicht zuletzt deshalb, weil das Wetter scheinbar nicht besser werden will. Zumindest schlafen sie immer warm und trocken. Und am Ende erreichen sie nach Zwischenstopps im Spence Field Shelter, Derrick Knob Shelter und Double Spring Gap Shelter das Bergdorf Gatlinburg, einen Touristenort, der im puren Kontrast zu den zurückliegenden Tagen in der Wildnis liegt. Voller Geschäfte, Restaurants, Getöse und einem Angebot im Überfluss.

 

Schreibe einen Kommentar