Appalachian Trail: From Tennessee to Virginia

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Nach den drei Bergen, die Anja und Nadine am Vortag überquert haben, liegen nun zwei weitere – der Little Hump und der Hump Mountain – vor ihnen. Sie sind Teil der Highlands of Roan und bekannt für zwei Dinge: ihre malerische Aussicht über die Landschaft und den harten Anstieg. Doch das Wetter ist sonnig, die beiden sind fit, und so erklimmen sie trotz relativ starkem Wind beide Humps im Laufe eines Tages und lassen einen weiteren US-Bundesstaat hinter sich.

Leaving North Carolina

Kaum in Tennessee angekommen, wandelt sich auch schon das Wetterglück. Für das gesamte Wochenende sind starke Gewitter und Schneefall angekündigt – keine erfreuliche Nachricht, denn dies bedeutet, dass sie wohl oder übel einen Teil der Strecke überspringen müssen, wenn sie ihren Zeitplan einhalten wollen. Die Strecke zwischen dem Doe River Hiker Rest und dem Boots off Hostel sieht also erheblich anders aus, als ursprünglich geplant.

Damit sie wenigstens etwas zum Wandern kommen, bringt sie der Hostelbetreiber etwa 14 Meilen weiter bis zu einem Waldpfad. Von dort aus versuchen sie ihr Glück bis zum nächsten Hostel zu kommen. Leider regnet es ununterbrochen. Immerhin begegnen sie unterwegs einem Waschbären und einem Fuchs – nach dem Nacht-Reh vor einigen Tagen sind dies die ersten wirklichen Wild-Life-Erlebnisse überhaupt auf dem Trail. Ein kleiner Trost für den sonst doch erheblichen Stimmungsdämpfer.

Tennessee – Virginia

Vom Boots Off Hostel führt der Weg weiter durch das reinste Frühlingswetter bis zum Vandeventer Shelter. Ständiger Begleiter ist auf dieser Strecke der Watauga Lake, ein Stausee, der in den 19940er Jahren im Rahmen des Hochwasserschutzes der Region durch den Bau des Watauga Damms entstand.
Nach den relativ öden Strecken mit Weitblick in den Humps ist die Landschaft mittlerweile wieder dicht bewaldet und grün. Das Wetter scheint sich endgültig vom Winter verabschiedet zu haben. Dafür ist es gleich spürbar warm, manchmal sogar schon fast zu warm. In diesem Sinne tut der starke Wind dann doch ganz gut, obwohl er das Wandern natürlich nicht unbedingt erleichtert.

Damascus

Vier Tage sind sie insgesamt in der Wildnis unterwegs, bis der nächste Ort der Zivilisation und auch gleich der nächste US-Bundesstaat – Virginia – sie begrüßt. Damascus ist eine hübsche Stadt, in der nicht nur gekochtes Essen sondern auch dringend benötige neue Hosen und Socken darauf warten, gekauft und mitgenommen zu werden.