Appalachian Trail: Cold as Ice

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Voller Energie und Tatendrang geht es nach zwei erholsamen Tagen in den Blood Mountain Cabins zurück auf den Trail. Die Sonne scheint verlockend und schön, doch es zeigt sich schon bald, dass das reinste Kontrastprogramm in vollem Gang ist. Wer von uns Dreien in diesen Tagen schlechter geschlafen hat, sei an dieser Stelle einfach mal dahingestellt …


Dieser Beitrag ist Teil der Reihe: Zwei Frauen, 3500 Kilometer, 14 Staaten, 180 Tage …

«Melde mich, wenn mir die Finger nicht abfrieren»

Ich sage es ganz offen: Das ist keine Nachricht, die man vor dem Schlafengehen lesen sollte! Sie führt durchaus zur ein oder anderen Sorge. Insbesondere wenn man darüber nachdenkt, wo der Absender die bevorstehende Nacht verbringen wird: im Zelt, irgendwo im Nirgendwo, bei – ich möchte gar nicht wissen wie vielen – Minusgraden. Doch wer Anfang März den Appalachian Trail in Angriff nimmt, muss mit der Wahrscheinlichkeit von Schnee und Eis rechnen, und im Ernstfall durch mitunter unfassbar kalte Nächte hindurch. Und jeder, der einen oder gar mehrere Thru-hiker kennt, leidet zumindest seelisch mit. Denn der Gedanke hat schon etwas Unheimliches an sich.

Zurück in den Wald

Der Weg führt die beiden vom Deer Cabin aus zunächst entlang der Straße zurück zum Neels Gap. Hier liegt auch das Walasi-Yi Interpretive Center, das einzige von Menschen erbaute Konstrukt, das direkt auf dem Appalachian Trail liegt, und somit während der Wanderung durchquert wird. Grund genug also, um diesen Moment mit der Kamera festzuhalten.

Hiernach geht es endgültig zurück in den Wald, und das für mehrere Tage. Der gemütlichen Wärme des Deer Cabin können Anja und Nadine von nun an nur noch nachtrauern. Doch Grund zur Trauer gibt es eigentlich überhaupt nicht. Denn die Strecke, die nun vor ihnen liegt, ist so schön, dass sie die Kälte fast vergessen. Nicht nur wegen der im Sonnenlicht glitzernden Eiszapfen, die den Weg säumen, sondern auch wegen der bezaubernden Ausblicke, die sich immer wieder ergeben. Hier und da blüht das ein oder andere Pflänzchen. An einer Stelle stoßen sie sogar auf Gebäude der etwas anderen Art. Welche Geschichte sich hinter ihnen verbirgt, bleibt rätselhaft.

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