Darstellungen der Julenisser gibt es zur Weihnachtszeit in vielen Formen und Facetten. Einen echten aber hat mit Sicherheit noch niemand gesehen. Foto: von Erik Christensen (Eigenes Werk) [CC BY-SA 3.0 oder GFDL], via Wikimedia Commons

10.) Klein aber oho! Die Julenisser

Weder der Weihnachtsmann, noch der Christbaum, ein Engel oder ein Krippenspiel: Nichts symbolisiert die Weihnachtszeit in Dänemark und Norwegen in derart hohem Maß, wie die sogenannten Julenisser. Doch was verbirgt sich hinter diesem Wort?

Schutz und Strafe der letzten ihrer Art

Erzählungen zufolge ähnelt der Julenisse vom Aussehen her dem Menschen. Allerdings wird er nicht größer als ein Kind und besitzt zudem die Gabe, sich in verschiedene Nutztiere zu verwandeln. Gekleidet ist er in etwa wie die Bauern des 16. Jahrhunderts. Er raucht gerne Pfeife und besitzt einen roten Hut, der ihn, sobald er diesen aufsetzt, unsichtbar für das menschliche Auge macht. Im Deutschen wird der Julenisse oft mit dem Kobold verglichen. Im Grunde handelt es sich dabei aber eher um die skandinavische Form der römischen Hausgötter » Lares«. Ebenso wie diese, wohnt der Nisse entweder im Haus, im Stall oder auf dem Hof des Menschen. Dort kümmert er sich um alles, insbesondere um die Nutz- und Haustiere. Behandelt man ihn gut, gibt er es einem tausendfach zurück, in Form von Glück. Tut man ihm aber Unrecht, zeigt der Nisse hingegen sein zweites Gesicht und beginnt damit, den Menschen durch kleine Listigkeiten zu verärgern.

Während wir hier in Deutschland Milchreis zu allen Jahreszeiten essen, ist dies in Skandinavien ein reiner Weihnachtsschmaus - mit gutem Grund. Foto: pixabay.com, CC0 Public Domain. Fotograf: Catkin
Während wir hier in Deutschland Milchreis zu allen Jahreszeiten essen, ist dies in Skandinavien ein reiner Weihnachtsschmaus – mit gutem Grund. Foto: pixabay.com, CC0 Public Domain. Fotograf: Catkin

Unter anderem das scheinbar grundlose Gebelle eines Hofhunds wird durch das Piesacken der Nisser infolge ungerechter Behandlung erklärt.  Aber auch das Verschwinden von Dingen im eigenen oder auch in benachbarten Häusern wird auf ihr Tun zurückgeführt. Im Ernstfall kann ihr Handeln zu Nachbarkeitsstreitigkeiten führen. Und so ist es mehr als ratsam, sich mit den kleinen Schutzgöttern gutzustellen. Tatsächlich geht dies sogar mehr als einfach. Alles was es braucht, ist eine Portion Milchreis, die man an Feiertagen mit einem ordentlichen Kleks Butter aufpeppt.

Während man früher sowohl an Kirchennisser, Hofnisser und Waldnisser glaubte, hat sich heute nur noch die Vorstellung des Julenisse – Weihnachtsnisse –  in Dänemark und Norwegen gehalten. Dieser zeigt sich hingegen mit gehöriger Durchschlagskraft. Und so beflügeln die vielen Geschichten über die Julenisser die Fantasie der Kinder wie keine andere Weihnachtsgeschichte, es gibt Sendungen über sie im Fernsehen, Malvorlagen, Bastelmotive und Dekorationen in allen Formen und Facetten. Ein Weihnachten ohne die Julenisser ist schlichtweg undenkbar. Nicht selten gibt man ihnen sogar noch etwas vom Milchreis oder auch von den Weihnachtskeksen ab. Und noch immer erklärt man viele der wunderlichen Kuriositäten, die in den Haushalten zur Weihnachtszeit vorkommen können, mit dem Tun der kleinen Schutzgötter.